Ich bin zwar mit dem GS-Artikel auch nicht einverstanden, aber zu glauben, mit ein paar Mails könne man den Artikel quasi umschreiben, ist naiv. Es wird als Antwort lediglich etwas im Stil von "unsere Redakteure blah blah möglichst objektiv blah viele positive Punkte blah blah soll für den Spieler ja nur Entscheidungshilfe sein blah" kommen. Das Einzige, was sich evtl. noch korrigieren liesse, sind klare und leicht belegbare inhaltliche Fehler, aber davon werden nicht viele zu finden sein (höchstens der Punkt mit dem Fahrmodell wäre evtl. eine Klarstellung wert).
[leicht OT]
Das Ganze bringt mich zur Diskussion, die ich mit ein paar Kollegen hatte. Ich habe mich geweigert, Filme als "objektiv gut" oder "objektiv schlecht" zu kategorisieren, weil es meiner Meinung nach eben nur persönliche Meinungen gibt. Das hat dann prompt zur Frage geführt, was denn der Begriff "objektiv" überhaupt meint (mich würde es durchaus interessieren, was ihr euch darunter vorstellt...). "unabhängig von einem Subjekt u. seinem Bewusstsein existierend" sagt der Duden, aber diese Definition bringt natürlich garnichts, wenn man ein Spiel (oder eben einen Film) "objektiv" beurteilen will.
Ein paar mögliche Definitionen von "objektiv":
-"die Meinung der Mehrheit (> 50%)". Nun ja, kann man durchaus so definieren, aber ich glaube wir alle kennen Beispiele, wo die Meinung der Mehrheit sich nicht mit unseren Vorstellungen von "objektiv" deckt
-"die Meinung von Fachleuten". Stellt sich die Frage, wer dazu berechtigt ist, eine Aussage als "Fachperson" zu machen. Ausserdem, häufig deckt sich die Meinung von Fachpersonen nicht mit derjenigen des "gemeinen Pöbels" (die "Fachleute" wollen z.B. "Essen fürs Auge", der "Pöbel" will Hamburger)
-"die Schnittmenge aller Meinungen". Nun, dann kann man nur noch technische Aspekte bewerten, was schlussendlich nicht wirklich interessant ist, folglich auch eine unbrauchbare Definition.
Mangels brauchbarer Begriffsdefinition von "objektiv" habe ich mich entschieden, dass es soetwas wie "objektiv" aus dem Duden in Bewertungen von Filmen oder Spielen schlichtweg nicht gibt. Und selbst wenn es das geben würde: Schliesslich will der Kunde ja nicht ein Spiel, das "objektiv" gut ist, sondern eines, das ihm Spass macht (oder fändet ihr das Toll, wenn ihr auf eurer lieblings-Pornoseite plötzlich Picassos zu sehen bekommt?

)
Nun, die Konsequenz wäre:
-Zeitschriften deklarieren sämtliche Wertungen in Zahlen oder Begriffen wie "gut", "schlecht" ganz klar als subjektiv und publizieren vorzugsweise auch unterschiedliche Meinungen gleichzeitig. Bewertungssysteme, in denen einzelne Punkte getrennt betrachtet werden und dann mittels irgend einer willkürlichen Formel ein Gesamtresultat errechnet wird, gaukeln eine objektivität vor, die nicht vorhanden ist.
-Als pseudo-objektiv durchgehen dürfen nur noch Punkte, bei denen beide Seiten, also Spiel-schlecht-finder und Spiel-gut-finder, übereinstimmen. Bei WR2 könnten das z.B. Vergleiche mit dem Vorgänger sein. Und natürlich technische Eigenschaften ("WR2 läuft auf unserem Testsystem mit xy FPS").
Letzterer Punkt führt zu einer Definition von "objektivität": "die Meinung der *meisten* User"; um das zumindest mehr oder weniger zu erreichen, muss man die Schnittmenge von gut-findern und schlecht-findern bilden. Dies hilft dem User auch wirklich, denn so kann er ziemlich sicher sein, dass der pseudo-objektive Teil auch mit seiner Meinung übereinstimmen wird.
Natürlich ist das alles nicht einfach zu erreichen, aber es könnte durchaus den Standard der Tests heben, denke ich.
[edit]
sorry ist bisschen langes OT geworden...